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Hundetagebuch [11] - Mein Welpe, Dein Welpe
von J.Overmeier
Nach achteinhalb Monaten in ihrer neuen Familie, ihrem neuen
Rudel, war es soweit, unsere zweite Tochter Greta erblickte das Licht
der Welt eine neue Erfahrung mit Lilli.

Wie ich schon am Anfang des Hundetagebuches erwähnte, floss in
die Überlegung zur Anschaffung eines neuen Hundes, meine erneute
Schwangerschaft ein. Nicht nur das der neue Hund ein zweijähriges
Kind akzeptieren musste, er musste ebenso nach acht Monaten Eingewöhnung
ein Neugeborenes neben sich dulden.
Wie auch schon bei unserem ersten Hund Charlie und der Geburt unserer
großen Tochter Hannah, war es uns auch bei Lilli wichtig, dass
sie schon vor der Ankunft des Babys, dessen Gerüche kennen lernte.
Mein Mann nahm einen gebrauchten Strampler und eine gefüllte Windel
aus dem Krankenhaus mit und legte sie Lilli zur Gewöhnung in deren
Korb. Sie zeigte kein sonderliches Interesse und schnupperte nur kurz
an diesen Fremdkörpern in ihrem Korb und wühlte diese prompt
aus ihm heraus.
Nach sechs Tagen Krankenhausaufenthalt wurden Greta und ich endlich
entlassen und konnten nachhause kommen. Lilli freute sich mich zu sehen,
aber es kam der Eindruck auf, dass sie irgendwie beleidigt war!
Nach einer kurzen Verschnaufpause inklusive Umziehen, widmete ich mir
Lilli und führte sie an Greta heran. Alle Befürchtungen zerschlugen
sich in der Luft, denn Lilli zeigte sich von einer extrem mütterlichen
Seite. Sie schnupperte äußerst vorsichtig an ihr und auch
ihr sonst so stürmisches Lecken, kam zögerlich und sehr zärtlich.
Egal wann oder wo ich Greta stillte, wickelte, schmuste oder spielte,
Lilli wich nicht von meiner Seite. Wurde sie des Platzes verwiesen und
musste sich auf ihre Decke legen, quietschte und winselte sie uns die
Ohren voll. Das Ende des Gewimmers war immer das Gleiche, sie lag zu
meinen Füßen.

Die Sorgen, dass sie Greta nicht akzeptieren würde, waren nun
alle unbegründet, jetzt gab es das Problem der enormen Fürsorge
seitens unseres Hundemädchens. Es war unmöglich Greta auf
die Krabbeldecke zu legen ohne dass dieser Hund sich neben sie legte.
Unbeaufsichtigt waren sie ohnehin nie, denn Lilli ist und bleibt ein
Tier. Kein Hundehalter kann hundertprozentig zusichern, dass sein Hund
nie etwas tun würde.
Lillis gehasstes Nein galt also nun auch für die Krabbeldecke,
das Kinderzimmer war ohnehin tabu für sie. Seit jeher, denn Lilli
liebt Plastik- und Gummispielzeug, sie hat es so zusagen zum Fressen
gern.
Im Souterrain lag unsere kleine Tochter sicher in einem Stubenwagen
und im Wohnbereich fanden wir einen recht verträglichen Kompromiss
den Laufstall. In diesen kam Lilli nicht rein und so war es auch
möglich den Raum mal kurz zu verlassen. Sicherlich hatte sie nie
Böses im Sinn und wir sind auch nicht zimperlich wenn sie die Kinder
ableckt oder diese Lillis Spielzeug in den Mund nehmen. Allerdings würde
Lilli mit der Ableckerei nicht aufhören und sehr wahrscheinlich
vom Lecken ins Knabbern verfallen. Und das muss bei zarter Babyhaut
nun wirklich sein.
Wieder einmal hat sich für uns bestätigt, dass Vorurteile
gegenüber Tierheimhunden oft unbegründet sind. Natürlich
gibt es Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten, aber diese machen
den geringsten Prozentanteil aus.
Lilli ist ein toller Spielkamerad für unsere Große geworden
und auch der Kleinen wird sie in den nächsten Jahren eine treue
Freundin sein. Wollen wir hoffen, dass sie uns lange erhalten bleibt.
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/