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Hundetagebuch [13]-Ein schneidendes Erlebnis
von J.Overmeier
Sieht man Scherben auf dem Weg liegen, macht man einen Bogen
mit dem Hund darum, aber leider liegen diese Überbleibsel nicht
immer offen herum.

Lilli liebt es in der benachbarten Heide zu toben und mit anderen Hunden
herumzutollen. Besonders gerne unternimmt sie Ausflüge in einen
anliegenden Bach. Dort rennt sie voller Freude auf und ab und nimmt
meistens einen ihrer tierischen Freunde mit.
Bis auf einen dezenten Geruch nach Froschtümpel hatten wir bis
zu diesem Zeitpunkt keinerlei negativer Erfahrung gemacht. Das hat sich
nun letztens geändert.
Nach einem völlig unauffälligen Spaziergang in besagter Heide
inklusive Besuch des Bachbettes leckte sich Lilli mit Hingabe die Pfote.
Das kommt ja schon öfters mal vor und so dachte ich sie wäre
vielleicht auf einen Stein getreten, schaute aber dennoch nach. Bei
dieser ersten Pfoteninspektion sah ich nichts, was auf eine Verletzung
hinweisen könnte. Aber anscheinend hatte ich nicht richtig geschaut,
denn auch nach zwei Tagen ließ Lilli nicht von Ihrer Pfote ab.
Ich untersuchte die Pfote erneut und war sichtlich geschockt, als ich
feststellen musste, dass sie sich ihre Pfote nicht an den Ballen sondern
zwischen den Zehen aufgeschnitten hatte. Der Schnitt war recht ordentlich
und so fuhr ich direkt zum Tierarzt. Da es meiner Meinung nach schnell
gehen musste, suchte ich eine Ärztin in unmittelbarer Nähe
auf.
Nach kurzer Untersuchung stellte die Ärztin die gleiche Diagnose,
Lilli hatte sich den Bereich zwischen den Zehen komplett aufgeschnitten
und recht kompliziert aufgeschnitten. Ohne große Umschweife klammerte
sie die Schnittstelle mit 3 Klammern und dem Kommentar, dass sie an
einer Stelle nicht mehr klammern konnte, es sei zu eng. Eine Tröte
lehnte ich ab, denn dies würde Lilli noch mehr verwirren, als der
dicke Verband ohnehin schon.
Irritiert fuhr in nachhause. Dieser Schnitt hatte kein bisschen geblutet,
sonst wäre es doch schon vorher aufgefallen. Da mir die Nachuntersuchung
bei der Ärztin suspekt vorkam, entschloss ich mich die Klammern
beim unserem Stammtierarzt ziehen zu lassen.
Dieser stellte fest, dass die sich an der Naht eine Wulst gebildet
hatte, die bei größerer Behinderung des Hundes behandelt,
d.h. geschnitten werden sollte. Das war dann wohl die fehlende Klammer!
Heute hat Lilli immer noch ein paar Probleme mit dieser Pfote und ist
zwischenzeitlich schwer damit beschäftigt, sie ordentlich durchzuknabbern.
Aber solange sie in ihren Bewegungen dadurch nicht eingeschränkt
wird, lassen wir daran auch nichts machen.
Aber dieses Erlebnis machte mir mal wieder klar, warum ich den Leuten
so oft rate sich einen Tierarzt ihres Vertrauens zu suchen. Ich werde
auch in Notfällen nur noch zu meinen Tierärzten fahren, denn
dort habe ich mich bisher immer gut aufgehoben und gut beraten gefühlt.
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/