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Hundetagebuch [14] Lilli und das Halti
von J.Overmeier
Gehorsamtechnisch konnten wir mit Lilli eigentlich zufrieden
sein, nur an der Leine meint sie doch hin und wieder ein bisschen rumzuspinnen.

Durch bundesweite Hundeverordnungen und -gesetze ist man als Hundebesitzer
verpflichtet, seinen Hund an den meisten Orten an der Leine zu führen.
So auch in meiner Heimatstadt, dort ist eigentlich überall Leinenpflicht.
Allerdings bin ich der Meinung, dass ein Hund im Straßenverkehr
oder in der Fußgängerzone auch an der Leine zu führen
ist. Ebenso in gutbesuchten Parkanlagen, denn wie ich schon einmal erwähnte,
nicht jeder Mensch ist ein Hundefreund und es gibt auch Menschen, die
schon vor einem sehr kleinen Hund Angst haben.
Auch Lilli wird deshalb an der Leine geführt bis wir in ihrer
geliebten Heide angelangt sind. Das allerdings ist manchmal
gar kein Zuckerschlecken mit ihr, denn sie will immer vorne laufen,
zu jedem Hund hin und bleibt auch schon einmal ruckartig stehen. Das
wäre ja alles kein Problem, wäre da nicht eine muntere Drei-Jährige,
die auch schon mal das Weite sucht und ein Kinderwagen, der zu schieben
ist. Ja, man bekommt ein urkomisches Bild vor Augen, wenn man sich dies
vorstellt.
Für solche Situationen musste Lilli endlich lernen, was es heißt,
bei Fuß zu gehen. Ich bin ein absoluter Gegner des Stachelhalsbandes,
denn dies ist in meinen Augen ein Armutszeugnis für jeden Hundebesitzer
und bei langhaarigen Hunden auch keinesfalls empfehlenswert.
Ich entschied mich für ein Halti, ein so genanntes Kopfhalfter
für Hunde. In der Hundeerziehung benutzt man ein solches ergänzend
oder anstelle eines Halsbandes. Durch die besondere Fertigung des Haltis
hat man es leichter, stark ziehende Hunde an der Leine zu führen.
Sie können sich nämlich nicht wie bei einem Halsband mit
ganzer Kraft nach vorne lehnen, weil dabei ihr Kopf zur Seite gezogen
wird. So kann kein kontinuierlicher Zug aufgebaut werden. Außerdem
wird dadurch, dass sich der Hundekopf dem Menschen zuwendet, auch der
optische Reiz unterbrochen, der womöglich erst zum Ziehen geführt
hat.

Ich empfand dies als beste Lösung für unsere wuschelige
Wilde und investierte rund 10 € in dessen Anschaffung. Ich
gewöhnte sie langsam und mit viel Fürsprache an dieses ungewohnte
Halfter und am Anfang versuchte sie es sich immer von der Nase zu streifen.
Aber im Konditionieren bin ich ja mittlerweile Weltmeister und so gab
es Belohnung und Lob, wenn sie diese Versuche nicht unternahm und Strafe
wenn sie ihre Nase an mir rieb. Innerhalb von zwei Tagen akzeptierte
sie das Halti und der erste Spaziergang mit Erziehungshalfter konnte
losgehen.
Und siehe da, mein Hund lief perfekt Fuß! Ob mit mir alleine
oder am Kinderwagen, Lilli lief wie ein wohlerzogener Hund nebenher.
Kein Zerren und Ziehen mehr. Skeptisch wie ich nun einmal bin, dachte
ich, dass dieser Effekt nachließe, wenn das Halti ab wäre.
Aber Lilli belehrte mich eines besseren, denn auch ohne Halti läuft
sie mittlerweile passabel an der Leine. Ab und an krame ich es aber
dennoch heraus, damit diese Dame es nicht vergisst.
In gewissen Situationen trägt sie es nun generell, beispielsweise
im Straßenverkehr und in der Stadt. Denn dann bin ich gewiss,
dass sie nicht zerrt oder hektisch wird. Auch für Lilli stellt
das Halti mittlerweile eine Beruhigung dar und ich kann es Haltern von
unsicheren Hunden wärmstens empfehlen.
Weiter: Hundetagebuch [15] - Urlaubsflirterei
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/