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Hundetagebuch [18] Matz Erster Teil
An dieser Stelle sollte eigentlich der Eintrag kommen, dass ein neuer
Hund ins Haus kommt, ein Partner für Lilli. Leider steht hier die
Geschichte von Matz, der zu früh sterben musste.
Nach unserem Umzug in die eigenen vier Wände und einer gewissen
Eingewöhnungszeit, wurde der Wunsch nach einem Partner für
Lilli immer größer. So kam es, dass wir uns auf die Suche
nach Nummer 2 machten.
Eigentlich hatten wir keine genauen Vorstellungen von Hund Nummer zwei,
nur sollte es diesmal ein Rüde sein und ein Welpe. Warum ein Welpe?
Lilli ist mein dritter Hund mit Vorprägung durch andere Menschen,
mit jedem meiner Hunde gab es Probleme, diesmal wollte ich einen Hund
von klein auf haben und ihm das bestmöglichste mit auf den Weg
geben. Mein Mann Dirk hatte nur eine Vorraussetzung, der Hund solle
größer als Lilli werden, ein richtiger kleiner Bär also.
Das Internet ist in dieser Hinsicht eine wirklich gute Sache, ich habe
hunderte Seiten gefunden, die junge Hunde vermittelten. Natürlich
aus dem Tierschutz, denn dort gibt es genug Hunde, die auf ein neues
Plätzchen warten.
So wurde ich im Zergportal auf einen kleinen Hund namens Henry aufmerksam,
einem Maremannen-Mischlings-Welpen. Maremmano sind Hirtenhunde aus den
Abruzzen in Italien und werden dort heute noch zum Schutz der Herden
eingesetzt. Hirtenhunde haben mich schon immer fasziniert und ich habe
schon eine Menge über sie gelesen. Charlie war ja auch ein Hirtenhund
.
Ein Anruf mit der Tierschutzorganisation ergab, dass der Welpe krank
sei, aber in einer anderen Pflegestelle wäre noch einer, der genauso
aussähe. Dort sind wir dann hingefahren und schauten uns die zwei
Welpen dort an. Einer war reinweiß, der andere gefleckt wie eine
Kuh. Für letzteren entschieden wir uns, da er einen gesünderen
Eindruck machte. Aus heutiger Sicht hätten wir gar keinen von dort
mitnehmen sollen. Sie waren 7 Wochen alt und nicht geimpft. Im Nachhinein
könnte ich mich Würgen, aber daran kann ich ja nun einmal
nichts mehr ändern.
Wir nannten ihn Matz und er wurde von allen, samt Lilli sofort ins
Herz geschlossen. Er war ein ruhiger Zeitgenosse, lernte sehr schnell
und war enorm schnell stubenrein.
Die Pflegestelle gab uns Medikamente gegen Darmparasiten mit und gab
uns Tipps auf den Weg mit, wie er in den ersten Tagen zu ernähren
sei. Er und seine Geschwister litten unter Durchfall. Den bekam ich
mit Schonernährung recht schnell in den Griff und einer Impfung
stand nichts mehr im Wege.
Matz bekam mit 9 Wochen die erste Impfung und ein paar Tage darauf
jankte er im Liegen auf, wenn er versuchte aufzustehen. Wieder ein paar
Tage später schrie er auf, wenn er sich im Schlaf drehte. Ein Besuch
beim Tierarzt ergab nichts, er sei halt unausgelastet!
Das Osterwochenende stand vor der Tür, ich konnte mir seinen Zustand
nicht erklären, also rief ich die Pflegestelle an und horchte nach,
wie es den anderen ginge. In diesem Gespräch fiel zum ersten Mal
das Wort Staupe. Vier Geschwister seien schon tot!
Staupe
? Matz fraß gut, hatte kein Fieber, keinen Ausfluss,
nein Staupe konnte ich mir nicht vorstellen.
Die Nacht auf Karfreitag war die Hölle, ich schlief mit dem kleinen
Kerlchen im Arm, das schien ihn zu beruhigen. In den frühen Morgenstunden
fuhr ich zur Tierklinik, da in seiner linken Schulter eine Art Nervenzucken
zu sehen war. Diagnose Nervenreizung. Er bekam eine Spritze,
Vitamin B und Schmerztropfen für Zuhause. Beruhigt fuhr ich Nachhause,
beruhigt leider nur für eine kleine Weile.
Es trat keine Besserung ein, ein weiteres Symptom trat auf, denn Matz
schrie kurz nach einer Mahlzeit wie irre. Ich war mit meiner Weisheit
am Ende und suchte Hilfe in diversen Foren und Mailinglisten im Netz.
Es fielen Fachbegriffe wie Lebershunt, Panostitis (Knochenhautentzündung),
Leishmaniose und viele mehr.
Wenige Stunden später war ich wieder beim Tierarzt und meinem
kleinen Kerlchen ging es zusehend schlechter. Auch der Tierarzt wusste
keinen Rat und so wurde ein Lebershunt-Test gemacht mit entsprechenden
Blutabnahmen zu entsprechenden Zeiten zu entsprechender Diät.
Auch wurde ein Staupetest durchgeführt, aber da es Ostern war,
brauchten die Ergebnisse entsprechend lang.
Möchten Sie wissen, wie dieses Ergebnis ausfiel? Dann lesen Sie
in den nächsten Tagen den zweiten Teil des tapferen Kampfes unseres
kleinen Maremmano-Mix Matz.
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/