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Hundetagebuch [18] Matz Zweiter Teil
Die Hilflosigkeit, mit der ich der Erkrankung gegenüberstand,
kann ich nicht in Worte fassen. Der Verfall des kleinen Hundekörpers
wurde von Stunde zu Stunde drastischer, der Lebershunttest fiel negativ
aus.
So schwebte nun der Verdacht Staupe greifbar im Raum, aber das Ergebnis
ließ auf sich warten. Er war nun eine gute Woche erkrankt und
kein Medikament zeigte eine Wirkung. Er bekam prophylaktisch Stagloban
in Verbindung mit Antibiotika, aber angeschlagen hatte davon nichts.
Sechs Tage nach dem Ausbruch der Krankheit war ich am Ende meiner Kraft,
wollte den armen Kerl erlösen. Heute bereue ich es zutiefst, dass
ich es nicht getan habe, aber der Arzt wollte unbedingt das Ergebnis
abwarten, das sich tags drauf in den Abendstunden als negativ herausstellte.
So konnte nun Cortison eingesetzt werden, da ein weiterer Krankheitsverdacht
nun in Frage kommen konnte eine Panostitis. Die Panostitis ist
eine Erkrankung der langen Röhrenknochen bei jungen großwüchsigen
Hunden (generalisierte Knochenentzündung).
Aus einer Mailingliste bekam ich diesen Tipp und wir griffen ihn auf,
obwohl weder röntgentechnisch noch Schmerzdruckempfindlichkeit
bei ihm Panostitis typisch waren.
Heute glaube ich, dass ihm das den Rest gab und mache mir schwere Vorwürfe.
Ich wollte nie an einem Lebewesen rumdoktern lassen, es mit allen Mitteln
am Leben erhalten
. Matz baute zusehends ab, konnte nach 9 Tagen
Krankheit nicht mehr auf den Beinen stehen. Seine Vorderbeine zuckten
und sein Kopf wurde durch diesen Nervenimpuls mit nach unten gerissen.
Ich war nervlich sehr angeschlagen, der Tierarzt nahm Matz in seine
Obhut, damit meine Kinder diesen Zustand nicht sehen mussten. Alle paar
Stunden fuhr ich hin, um ihn zu füttern, ihn trocken zu legen und
ihn umzubetten.
Montags kam ich zur Praxis und man legte mir nahe ihn zu erlösen.
Da ich aber erst mit Dirk, meinem Mann reden wollte und auf keinen Fall
während der Praxiszeit die Euthanasie vornehmen lassen wollte,
nahm ich den Kleinen und fuhr nach Haus. Ich bekam einen Anruf, ich
sollte den Kleinen auf Borreliose testen lassen, was wir dann auch taten.
Da das Blut noch im Labor war, bekamen wir das Ergebnis sehr schnell
positiv. Matz hatte Borreliose, aber die Symptome, die er aufwies
zeigten ein Stadium einer weit fortgeschrittenen Borreliose, nicht eine
von wenigen Wochen.
Ich wollte ihm diese eine Chance noch geben und so bekam er Doxycyclin
und ich nahm das Kerlchen zum letzten Kampf mit Nachhause in seine Familie!
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch krampfte er, bekam Schaum vor
der Schnauze, baute weiter ab, obwohl er bis zum Schluss gut gefressen
hat. Ich war am Ende meiner Kraft und zog den Schlussstrich!
Matz schlief sanft hinüber und wurde die ganze Zeit über
von mir gestreichelt. Vergessen werde ich ihn nie!
Ich habe quer durch Deutschland telefoniert und saß stundenlang
vorm Rechner und suchte im Internet nach Hilfe.
Ich möchte mich nochmals bei allen Ärzten bedanken, die mir
zuhörten. Mein besonderer Dank gilt der Mailingliste Freunde
des Herdenschutzhundes, dem Gesunde Hunde-Forum, dem
Pro Herdenschutzhunde-Forum, Dr. rer. nat. Torsten Naucke
von parasitus.com, Dr. Gabriele Liebisch vom Zecklab und allen anderen
Leuten die mir in dieser schweren Zeit zur Seite standen und mir zuhörten,
mitlasen und Ratschläge gaben. Ihr wart mir eine große Hilfe!
Matz war ein Hund aus dem Süden, viele Menschen verurteilten mich
deshalb und ich bekam viele siehste, haben wir doch gesagt
Sprüche zu hören.
Ich möchte hier betonen, dass Matz KEINE Staupe hatte und keine
hier bekannte Südenkrankheit. Meine Hündin Lilli ist kerngesund
und auch kein anderer Hund hat sich angesteckt. Wir hatten einfach nur
Pech!
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/