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Hundetagebuch [19] – Auch Hunde trauern....

Obwohl Matz nur 5 Wochen bei uns sein durfte, hinterließ er gewaltige Spuren bei uns. In der Zeit der Krankheit hatte ich alles und jeden vernachlässigt von meinen Kinder und meinem Mann angefangen, bis hin zu Lilli und meinen Freunden.

Ganz allmählich kehrte bei uns der Alltag ein, seine Decken, Körbe und Spielseile wurden entsorgt. Man sollte meinen, dass dann alles in Ordnung sei, aber mal wieder wurden wir eines besseren belehrt.

Nach 3 Wochen ohne Matz machte Lilli eine Wesensveränderung durch, plötzlich war kein Spaziergang mehr mit ihr in entspannter Ruhe, sondern Lilli war unter ständiger Anspannung. Wie sich das äußerte?
Kein Hund durfte auch nur in meine Nähe kommen, wurde verbellt, angeknurrt und gerempelt. Ich war sprachlos, denn so kannte ich meine Hündin gar nicht. Ich war plötzlich zu einer „Der tut nichts“ -Halterin mutiert!
Vor allem jüngere Hündinnen und unsichere Hunde waren ein gefundenes Fressen für sie.

Ich konnte es mir anfangs gar nicht erklären, was dieses Verhalten sollte, denn eigentlich war Lilli eine sehr sozialverträgliche Hündin, die lieber den unteren Weg ging.
In vielen Gesprächen mit Leuten, die ein fundiertes Wissen über Hunde haben, kam ans Licht, dass Lilli vielleicht den Eindruck haben könnte, dass ihr Frauchen nicht mehr auf sich allein aufpassen könne.
Aber wie sollte ich ihr das vermitteln? Denn ich kann sehr wohl auf mich aufpassen!

Wenn Sie nun denken, dass an dieser Stelle eine Lösung ans Licht kommt, muss ich sie enttäuschen. Ich hatte und habe keine Lösung zu diesem Problem und kann es mir bis dato nicht erklären, es hat sich wieder von allein eingespielt.

Nach 3 Wochen Rumgepöbel mit anderen Hunden war auf einmal wieder die alte Lilli da. Ich denke es ist bei Hunden genauso wie bei Menschen, jeder trauert auf seine Weise und Lilli tat es halt so!


Eine liebe Bekannte, die eine sehr gute Hundeschule hat, erzählte ich von diesem Verhalten und sie fragt mich prompt, ob Lilli den kleinen Matz tot gesehen hatte. Ich musste dies verneinen, denn ich war mir nicht bewusst, dass dies wichtig sei.

Aber es wäre wichtig gewesen, auch Hunde brauchen scheinbar diesen Moment des Abschieds um in ihren Köpfen zu speichern, dass der andere einfach nicht mehr da ist.

Merken sich die, wenn in Ihrem Rudel mal eine Fellnase gehen muss.

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Kontakt zur Autorin:

E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/