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Hundetagebuch [5]- Ich konditioniere ...
von J.Overmeier
Kennen Sie das: Sie stehen und rufen Ihren Hund und er kommt
und kommt nicht? Ich kenne es und mag es überhaupt nicht !
Schon der russische Physiologe Iwan Petrowitsch Pawlow hat erkannt
wie man einen Hund erzieht. Vielleicht kennen Sie die Geschichte von
Pawlows Hund, dem immer, wenn er etwas zu essen bekam, gleichzeitig
ein Glockenton präsentiert wurde.

Nach mehrmaliger Wiederholung dieser Kombination reagierte der Hund
folgendermaßen : Ertönte der Glockenton alleine, ohne dass
der Hund Essen bekam, so reagierte er mit vermehrtem Speichelfluss.
Dieser Sachverhalt ist in die Geschichte der Psychologie unter dem Begriff
klassisches Konditionieren eingegangen.
Nun denn, diese Tatsache wollte ich mir bei Lilli zu Nutzen machen.
Wie die meisten Hunde ist auch unser Mädchen verrückt auf
Quietschtierchen, erklingt das nervende Quiek' steht mein Hund
parat. Na wenn sich das nicht in der Erziehung umsetzen lässt !
Unser Problem war, dass Lilli sich einfach zu weit von uns entfernte,
sobald man sie laufen ließ. Anfangs ging dies eh nur mit Schleppleine,
aber man kann ja nicht ständig mit dieser Stolperfalle durch die
Heide rennen. Schlimm war es vor allem, wenn sie andere Hunde sah. Sie
lief dann einfach weg und ich hinterher. Ich möchte hier betonen,
dass ich es selbst nicht mag, wenn ein fremder Hund auf uns zukommt.
Am schlimmsten sind die Hundebesitzer die dann hinterhergehechtet kommen
und rufen Der tut nichts' - war ich nun auch so einer (oh Graus)
?
Also überlegte ich mir, wie ich sie dazu kriegen könnte bei
mir zu bleiben. Aus einer Macke eine Erziehungshilfe zu machen, erschien
mir recht pfiffig. Lilli ist nämlich so was von Verfressen und
Fleischwurst, natürlich mit Knoblauch, ist ihre Leib- und Magenspeise.
Wenn also das Herankommen damit belohnt würde, käme sie sicherlich
gerne und würde vielleicht auch bei mir bleiben (mehr als eine
Sekunde). Nur wie bewege ich sie überhaupt dazu ?
Ich ließ es auf den Versuch ankommen und nahm eine Quietschente
mit und einen prallgefüllten Beutel mit Fleischwurst. Natürlich
wich mir Mme Lilli nicht eine Sekunde von der Seite, roch sie doch ihre
Wurst. Aber kaum war sie von der Leine - es erfolgte das obligatorische
Schnipp' des Karabiners - schoss sie wie eine Wilde davon.
Jetzt kam die Ente zum Einsatz :
Quiiiiiiek ! Und siehe da, Lilli kam angerannt. Ich hab mich wie wahnsinnig
gefreut und sie überschwänglich gelobt beim Näherkommen
und kaum dass sie ran war, gab es ein Wurststück. Lilli begriff
sehr schnell : Quiek heißt kommen und kommen heißt Lob von
Frauchen und Wurst. Das ließ sie sich doch nicht entgehen !
Und so lief ich dann ein paar Tage durch die Heide, gefolgt von einem
Rudel Quietschtierverrückter Hunde - glücklich das mein Hund
auf zuquieken herankommt !
Kam ich so nun doch um den Besuch einer Hundeschule herum ?.
Das nächste Mal: Seit der Läufigkeit waren gut 10 Wochen
vergangen und nun benahm sich Lilli alles andere als normal ...
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/