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Hundetagebuch [7] - Kumpel Brutus
von J.Overmeier
Er ist 10 Jahre alt, wiegt 30 kg, ist 55 cm groß, meine
Kinder lieben ihn und er ist Lillis bester Kumpel. Sein Name ist Brutus
und er ist ein American Staffordshire Terrier.
Wenn mein Vater mit seinem Hund spazieren geht, dann kommt es schon
vor, dass die Leute die Strassenseite wechseln und Hundebesitzer einen
großen Bogen machen.

Seit dem traurigen Vorfall in Hamburg, bei dem der kleine Volkan zu
Tode kam, reagieren manche Menschen leicht panisch beim Anblick von
Brutus Hunderassen. Nun gut sein Name ist vielleicht auch nicht gerade
die beste Wahl, aber so hieß er nun einmal als meine Eltern ihn
vor 5 Jahren aus dem Tierheim zu sich nahmen ohne auch nur ein
Vorurteil gegen seine Rasse.
Brutus ist ein American Staffordshire Terrier, hier in Deutschland durch
Hetzmedien und Boulevard-TV besser bekannt als Kampfhund. Aber ich kann
versichern, dass der einzige Kampf den er ausfechtet nur der ist, dass
er aufs Sofa kommt und seine Streicheleinheiten bekommt. Gekämpft
hat er bisher nur um einen Platz in unserem Herzen.

Lillis Vorgänger Charlie und Brutus kommen aus dem selben Tierheim
und waren dort als unverträglich deklariert. Aber innerhalb einer
Familie muss man sich nun einmal miteinander verstehen und so wurden
aus angeblich unverträglichen Hunden, die dicksten Kumpels und
Spielkameraden.
Und mit Lilli gibt es auch keine Probleme, da wir der Hundeopi wieder
richtig jung.
Schließlich ist er mittlerweile 10 Jahre alt und Lilli gerade
mal zwei, da muss er schon alles geben um so einem wibbeligen Mädchen
den Hof zu machen.
Treffen die beiden zusammen gibt es kein Halten mehr, der Garten wird
zum Grauen meines Vaters zur Rennbahn erklärt, Beete umgepflügt
und Blumen abgeknickt.
Innerhalb der Wohnung werden beide zusammen in den Hundekorb verbannt
und dort wird mit Wonne weiter aufeinander rumgekaut und rumgetollt.
Besuche bei Brutus sind für Lilli das größte und wehe
dem, man muss nur kurz dort anhalten und sie bleibt im Auto eine
wahre Wonne für die Ohren.
Durch die Medien wurde ein Spaziergang mit Brutus oft zum Spießrutenlauf,
angefangen von bösen Blicken bis zum Anpöbeln. Für andere
Hundebesitzer ist er nur der Kampfhund und wehe dem er läßt
ein ganz normales Rüdengetue freien Lauf, dann heisst es direkt
wieder: Der böse Kampfhund!
Wie die meisten Rüden hatte er auch schon ein paar Rangeleien,
aber diese endeten nie blutig sondern äußerten sich nur in
grossem Radau. Typisch Rüde halt.

Bezüglich unserer Kinder ist Brutus genau wie Lilli ein Traumhund.
Sie können wirklich alles mit ihm machen, er liegt oder steht nur
wie ein geduldiger Stoffhund im Raum und läßt sie gewähren.
Allerdings lassen wir keinen unserer Hunde alleine mit den Kindern,
denn es sind und bleiben Tiere.
Und nicht nur Tiere sind unberechenbar, auch Kinder überziehen
oft den Bogen, so dass man als Eltern auch ihnen einen gewissen Umgang
beibringen muss.
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/