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Hundetagebuch [8] - Urlaub, endlich Urlaub
von J.Overmeier
Der Sommer nahte und unser Urlaub kam immer näher. Wie würde
Lilli die Fahrt vertragen? Wie ist sie in fremder Umgebung? Sollte der
Urlaub im Chaos enden?

Der Urlaub war schon im Vorjahr gebucht, eigentlich noch mit Charlie,
aber er sollte ihn ja nicht mehr erleben. Ein gewisses Bauchschmerzgefühl
machte sich schon breit, wenn man an den Urlaub dachte. Erstens war
es der erste Urlaub mit unserer Tochter, gerade mal 1 ¾ Jahre
alt und zweitens hatten wir Lilli ja gerade mal fünf Monate.
Hier bei uns Zuhause lief sie ja schon ganz gut ohne Leine, aber in
einer fremden Umgebung und in einem fremden Land? War sie schon so an
uns gebunden, dass sie uns dort nicht abhanden kam? Und es gab im Vorfeld
auch noch ein paar andere Sachen zu bedenken!
Einreisevoraussetzungen:
Um mit einem Hund in Dänemark einreisen zu dürfen, ist lediglich
ein internationaler Impfausweis mit gültiger Tollwutimpfung, die
mindestens 30 Tage und höchstens ein Jahr zurückliegen darf
notwendig. Also stand bei Lilli die Impfung an. Da sie die Tierärzte
durch die Kastration ja mittlerweile kannte, war das Impfen ein Klacks
und konnte ohne Schwierigkeiten über die Bühne gehen. Zur
sichtbaren Kennzeichnung bekam sie anschließend die Tollwutmarke
am Halsband angebracht. Der Impfausweis wurde direkt zu unseren Pässen
und Buchungspapieren gelegt, so dass wir ihn auf keinen Fall vergessen
konnten.
Tierische Reisevorbereitungen:

Beim Tierarzt und bei Hundefreunden erkundigten wir uns über mehrere
Möglichkeiten einen Hund für eine längere Fahrt zu beruhigen.
Da wir nichts von der chemischen Keule und ihren Nebenwirkungen halten,
entschlossen wir uns ein natürliches Präparat auszuprobieren.
Es sind Tropfen, bekannt aus der Bachblütentherapie, die u.a. auch
bei Schockbehandlungen von Kindern eingesetzt werden. Sie heißen
Rescue Remedy Tropfen und sie haben eine beruhigende Wirkung auf das
Tier.
Außerdem testeten wir im Vorfeld, wie Lilli sich im Auto benahm,
wenn sie räumlich eingeschränkt war. Es machte ihr keinerlei
Probleme und so sahen wir der Anfahrt locker entgegen.
Lilli bekam neben der Tollwutmarke noch einen Adressanhänger mit
unserer Urlaubsanschrift und unseren Handynummern, falls sie doch mal
abhanden käme. Auch das Halsband wurde vorsorglich mit wasserfestem
Stift beschriftet, außerdem ist sie bei Tasso gemeldet und geschippt.
Es ist soweit, Dänemark wir kommen
Da wir dem Reiseverkehr ausweichen wollten, standen wir in aller Herrgottsfrühe
auf, der Wecker klingelte gegen 3:00 Uhr und Lilli ging als aller erstes
eine kleine Saubermachrunde mit uns. Zum Schluss noch Hannah wecken
und anziehen es konnte losgehen.
Die Fahrt über war Lilli ruhig und ausgeglichen und auch auf den
Rastplätzen war sie weder nervös noch hibbelig. Futter bekam
sie allerdings während der ersten Stunden nicht, da viele Hunde
auf langen Autofahrten zum Erbrechen neigen. Da dies Hannah schon hinter
sich gebracht hatte, mussten wir es von Lilli nicht auch noch erfahren.
Endlich waren wir da, Skodbjerge Holmslandsklit an Dänemarks Westküste.
Nachdem alles im Haus verstaut war, machten wir uns auf den Weg zum
Strand, der nur 500 m entfernt war.
Eigentlich wollten wir Lilli ja nicht gerade am Ankunftstag schon ableinen,
aber sie war so aufgeregt und wuselig als sie das Wasser sah, das wir
es einfach nicht über das Herz brachten sie angeleint zu lassen.
Wie eine Wahnsinnige stürzte sie sich in die Nordsee und rannte
anschließend über den Strand. In der Nebensaison ist es an
diesem Strand menschenleer und wenn man jemanden trifft, so ist meistens
ein Vierbeiner mit dabei.
Stundenlang konnte man mit ihr ausgiebige Strandwanderungen unternehmen,
den anderen Hunden gegenüber war sie immer freundlich und forderte
diese immer zum Spielen auf. Wieder einmal zeigte sich, was wir für
einen tollen Secondhand-Hund bekommen hatten.
Bei einem dieser Spaziergänge stöberte sie gar eine bisher
undefinierte Schlange auf, die mich allerdings ziemlich verschreckte.
Und Lilli? Wissbegierig wie immer verfolgte sie das arme Tier bis in
den hintersten Winkel des Gestrüpps.
Gehorsamstechnisch mussten wir immer mal wieder durchgreifen, aber alles
in allem hörte unsere Strubbelige doch sehr gut.

Auch im Haus benahm sich Lilli vorbildlich. Sofort akzeptierte sie
die ihr zugewiesene Decke und schlummerte dort nach anstrengenden Badeausflügen.
Da das Haus über eine eingezäunte Terrasse verfügte lief
sie den ganzen Tag frei mit unserer Hannah herum und wir mussten uns
keinerlei Sorgen machen das sie weglief. Nur verbellte sie alles was
dem Haus zu Nahe kam, egal ob Mensch, Hund oder Auto. Das nervte schon
ab und an, aber wozu hat sie ihre Stimme und ihren Wachsinn?
Wenn wir Einkaufen fuhren oder einen Ausflug unternahmen, lag sie vor
der Tür und wartete auf uns. Die Sandberge vor der Tür verrieten
ihren Aufenthaltsplatz, denn nach Strandspaziergängen glich sie
oft einem Sandfloh.
Dänemark an sich ist für uns das perfekte Urlaubsland, denn
die Dänen sind nicht nur sehr kinderlieb auch die vierbeinigen
Urlauber sind gerne gesehen.
Und es wird sicherlich nicht unser letzter Dänemarkurlaub gewesen
sein, fraglich allerdings ob an diesem Ort, da die Strömung hier
sehr stark ist und für Kinder daher ungeeignet zum Planschen im
Meer.
Unser Haus haben wir über Danwest gemietet und können es
ohne Probleme weiterempfehlen.
Lesen Sie demnächst : Lilli, der Tümpelhund
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Kontakt zur Autorin:
E-Mail : Jennifer.Overmeier@gmx.de
Homepage: http://www.tierheim-bottrop.de/